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Illusion und eigene Wahrheit

  • Autorenbild:  Jan Seeger
    Jan Seeger
  • vor 1 Tag
  • 7 Min. Lesezeit

Wie du vielleicht schon das ein oder andere Mal gehört hast, ist das, was du für Realität hältst, eine Wahrheit, die erschaffen wurde – eine Illusion oder eine Ablenkung von der reellen Wahrheit. Noch nicht gehört? Lass es mich kurz erklären.


Deine Wahrheit, deine Einstellung zu weltlichen oder persönlichen Dingen ist grundlegend erstmal eine Sache: Synapsen und ein elektromagnetischer Prozess, der in deinem Gehirn und deinem Körper stattfindet.


Ein Weltbild bildet sich durch – na, wer hätte es gedacht – durch Bilder. Bilder, die dir physisch vermittelt werden, Bilder, die dir durch Dogmen und hochmanipulative Glaubenssysteme eingeprägt wurden, kurz gesagt durch vorgefasste Weltbilder.


Du glaubst mir nicht? Pass auf, ich erkläre es dir anhand eines kurzen Beispiels, das vermutlich 99 Prozent der Menschen betreffen wird, die noch nicht mit einer solchen Ansicht in Berührung gekommen sind.

Du hast als Kind ohne jegliche Lebenserfahrung schon gelernt, dass du etwas leisten musst. Natürlich, denn es beginnt schon bei unserem Ursprung aus Evolution und Weiterentwicklung von Bewusstsein. Du lernst, kurz gesagt, zu überleben. Bist du Teil einer Gesellschaft oder eines Stammes, lernst du, wie du dich so verhältst, wie die Stammesmitglieder es über jahrelangen Überlebenskampf, Sterben und Geborenwerden schon gelernt haben.


Das ist Evolution. Funktioniert eine gewisse Verhaltensweise nicht – ausgemerzt.

Funktioniert eine gewisse Veranlagung nicht – ausgemerzt.

Funktioniert eine gewisse Lebenseinstellung nicht – wieder ausgemerzt.

Die Brutalität oder das Interesse an Evolution ist immer schon durch Leiden, Lieben, Tod und Leben geschehen.


Evolution bringt um, wenn es nicht funktioniert, und erschafft dann, wenn es passend wird – durch Erfahrung. Evolution ist in keinster Weise ein toter Prozess, im Gegenteil: Evolution ist lebendiger als jegliches Produkt, das Evolution hervorgebracht hat. Evolution ist Weiterentwicklung. Leben und Tod als dienliches Erfahrungsinstrument.


Nun hast du einen Körper, der wohl aus der Evolution entstanden ist, von einer Lebenszeit von bis zu 600 Jahren, wenn man den ursprünglichen Mythen glauben möchte, bis zu einer Lebenszeit von heute zwischen 60 und 100 Jahren, was zumindest die meisten betreffen wird. Dein Körper ist aus jeglicher Hinsicht auf Überleben und – Achtung hier – Fortpflanzung programmiert. Warum Fortpflanzung? Etwas abstrakter für den menschlichen Verstand gesagt: Wie überlebt die Natur, also Pflanzen oder andere Arten der Existenz? Durch Absterben, Erneuern aus toter Materie und neues Wachsen in eine neue und höhere Form. Genauso tun wir Menschen dies. Sterben, wachsen aus unseren Erfahrungen der Vorfahren, die Lebensweisheiten und tieferen Eigenschaften der Vorleben. Der ein oder andere wird verstehen, was ich meine mit der tieferen Erfahrung, doch spielt dies keine allzu große Rolle auf der Ebene, auf die ich gerade ansprechen will.


Unsere „Zivilisation“, wie wir sie nennen, hat dadurch überlebt, dass wir als Spezies Mensch durch unsere Vorfahren gelernt haben, Scheitern erkannt haben und etwas daraus gelernt haben. Nicht überzeugt? Stell dir vor, ein Mensch rennt auf einen Löwen zu und schreit ihn an, wird einmal gefressen. Die Evolution als Konstrukt von Intelligenz denkt sich: Naja, das ging schief. Den nächsten Menschen mache ich nicht so wagemutig. Also rennt der Mensch wieder los, hält kurz inne, überlegt und erinnert sich daran, dass bei einem anderen Menschen aus seinem Stamm oder einem „Vorleben“ diese Art und Weise nicht funktioniert hat, und kommt ins Hadern. Ich werde dies nicht weiter ausführen, denn der Punkt ist nachvollziehbar. Fehler passieren, doch endet dies in den ursprünglichen Menschheitsgeschichten meist mit dem Tod und dem Lernen durch die Stammesmitglieder. Erfahrung.


Um nun wieder aus unserem kleinen Exkurs in die heutigen Geschehnisse zu kommen: Wir wissen doch heute, dass es keine gute Idee ist, wild schreiend auf einen Löwen zuzurennen.Das ist, kurz gesagt, Generationserfahrung oder im Negativfall Generationstrauma.


Du hast eine synaptische, körperliche Verbindung erhalten, die darauf basiert, dass du überlebst. Wir nennen es heute Reptiliengehirn. Doch ist dabei auch eine Sache hinzugekommen: das Bewusstsein, bestimmte Erfahrungen zu verarbeiten. Bestimmte Lebenserfahrungen so zu gestalten, dass wir nicht länger in diesem Urgehirn stecken. Wir haben heute Mathematik, wir haben Technologien und zwischenmenschliche Interaktionen, die uns erlauben, unsere tierischen Überlebensinstinkte zu überschreiten – sofern vorgenannte Dinge nicht aus einem Überlebensgehirn resultieren und nur dafür da sind, diese synaptischen Verbindungen des Urgehirns, also des Überlebens, weiter zu fördern.


Wir haben eine Intelligenz entwickelt, die uns erlaubt, unser Leben nun etwas besser oder je nach Ansicht auch zu verschlimmbessern. Atomraketen, Panzer oder andere lebensfeindliche Produkte haben sich eben nicht unbedingt zu unserer Mitmenschlichkeit entwickelt. Jedoch haben wir heute ebenso Defibrillatoren, Gesundheitsmedizin (sofern sie nicht nur zur Symptombehandlung gedacht ist), die uns zu Heilung verhelfen kann. Erleichternde Mittel wie Autos oder auch ein einfaches Fahrrad haben unser Leben weitestgehend erleichtert.

Doch haben wir uns als Menschheit zu 99 Prozent nie von dieser reptilienartigen Gehirnstruktur entkoppeln können, obwohl es bei den meisten von uns nicht mehr um einen Überlebenskampf geht oder gehen müsste.


Evolution hat Intelligenz entwickelt aus sich selbst heraus – nicht aus einem plötzlichen Vorkommnis, sondern aus reinem Überleben. Dieses Überleben ist jedoch heute nur noch bedingt wichtig, da wir in einer Zivilisation leben, die nicht länger nur um das Überleben kämpfen müsste, wenn sie die fortschrittlichen Technologien oder Ähnliches zum vollkommenen Wohl der Menschheit einsetzen würde. Doch nutzen wir es heute zum großen Teil, um Geld zu verdienen.


Doch nun ist die große Frage, was mit Illusion gemeint ist. Manche Menschen, die gewissermaßen ein Halbwissen dieser Wahrheiten besitzen, sprechen von „Matrix“ oder anderen abstrakten Formen. Ich erkläre es dir logischer und nachvollziehbarer – so hoffe ich doch. Ansonsten bin ich ebenso nicht anders als die Anhänger des Wortes „Matrix“.


Wie ich bereits erwähnt habe, hast du als Kind oder junger Erwachsener gelernt, wie bestimmte gesellschaftliche Systeme funktionieren. Du hast gelernt: Wenn ich mich dieser Norm, diesem Muster oder dieser kollektiven Einstellung anschließe, bin ich Teil von etwas. Du bist Teil von etwas, wenn du dem eine Berechtigung gibst – dich und, verzeih mir diesen etwas ernüchternden Ausdruck zu verwenden, deine Synapsen, ein kleines Konstrukt aus elektromagnetischen Verbindungen, Spiegelneuronen und Verdrahtungen in deinem kleinen Gehirn, wenn du das gesamte Universum oder den Planeten Erde hinzunimmst.

Diese kleine Erdkugel – also deine Wahrheit und deine Einstellung zu deinem Leben – ist nur in deinem Kopf. Ja oder nein?Nein? Dann wirst du vermutlich einen gewissen Größenwahn haben, der die Welt, wie du sie wahrnimmst, unter deine Meinung und deinen Scheffel stellt. Nochmal die Frage: Ja oder nein? Und dabei belasse ich es.


Wenn wir nun einmal eine objektivere Sicht und weniger persönlich einnehmen, wirst du das Vorgenannte gut erkennen können.

Nehmen wir nun an, dass jeder Mensch von uns eine kleine Weltkugel im Kopf hat, die bewertet, verurteilt, beurteilt – in Schwarz, Weiß, Grau, Pink oder Gelb –, können wir zumindest sagen, dass jeder eine eigene Wahrnehmung seiner Realität hat. Der Christ sagt, Jesus ist der Retter der Welt. Ein Buddhist sagt Buddha, die einzige Wahrheit. Und der Satanist sagt: Mein Gott, mein Recht – was übrigens der 33. Grad der Freimaurerei darstellt und geschrieben steht.


„Warum ist mein Gott der richtige?“Diese Frage habe ich mir vor etwa einem Jahrzehnt gestellt. Wer sich diese Frage stellt, wird vermutlich von seinem „Glaubensweg“ (synaptische Kopplung an Ideale) abkommen. Wer weiß, wie viele meiner Leser mich nun als „den Antichrist“ darstellen möchten. Danke, nein – ich habe kein Interesse.


Stelle dir gerne einmal die Frage, wenn du den Mut besitzt. Und wenn du ihn nicht selbst hast, dann frage deinen Gott: Weshalb ist mein Gott der richtige? Pass auf, was dein Verstand, der auf synaptischer Basis ein Weltbild geschaffen hat, sagt – und was dein Gott sagt. Schwer auszusortieren. Nur Fühlen kennt die Wahrheit. Nicht Emotion als Abwehrmechanismus – dein Fühlen, der Ausdruck deiner Seele, weiß die Antwort.


Habe ich nun vermutlich etwas Verwirrung gestiftet, verzeih mir. Doch Fragen sind der beste Weg zu deiner eigenen Antwort. Die Welt kann dir viele Antworten geben, deine Seele kann dir eine Antwort geben. Nur sie. Nichts anderes kann diese Antwort kennen. Nichts auf dieser Welt kann dies, den jede Antwort von ausen wird nur zu deiner Warheit und Realität wenn du Ihr glauben schenkst.


Um es abschließend mit den Worten des Bildes Jesus zu sagen:Dann werde ich den Vater bitten, dass er euch an meiner Stelle einen anderen Helfer gibt, der für immer bei euch bleibt. Dies ist der Geist der Wahrheit. Die Welt kann ihn nicht aufnehmen, denn sie ist blind für ihn und erkennt ihn nicht.


Wenn wir also akzeptieren, dass jeder Mensch seine eigene kleine Weltkugel im Kopf trägt, dann müssen wir auch akzeptieren, dass diese Weltkugel formbar ist. Und genau hier beginnt die systematische Zerstörung – nicht durch Bomben oder Waffen allein, sondern durch Gedanken, Bilder und wiederholte Muster.

Ein System muss dich nicht einsperren, wenn es dich dazu bringt, dich selbst zu begrenzen. Es muss dich nicht zwingen, wenn es dich dazu bringt, freiwillig zu gehorchen. Und es muss dich nicht kontrollieren, wenn du glaubst, dass es keine Alternative gibt. Die effektivste Form der Versklavung ist die, die nicht als solche erkannt wird.

Du gehst arbeiten, nicht weil du es liebst, sondern weil du es musst. Du denkst in Zeit, Geld, Leistung und Status, weil man es dir so beigebracht hat. Nicht mit Gewalt, sondern mit Belohnung und Angst. Angst vor Ausschluss, Angst vor Mangel, Angst davor, „nicht genug“ zu sein. Und diese Angst sitzt nicht in der Welt da draußen – sie sitzt in deinem Nervensystem.


Das Reptiliengehirn, von dem wir gesprochen haben, reagiert nicht auf Wahrheit, sondern auf Bedrohung.

Es fragt nicht: Ist das sinnvoll?

Es fragt nur: Bin ich sicher?

Und genau dieses Gehirn wird tagtäglich angesprochen. Durch Nachrichten. Durch Bilder. Durch Zahlen. Durch Vergleiche. Durch künstlich erzeugte Dringlichkeit.


Wenn du permanent in einem Zustand innerer Anspannung gehalten wirst, kannst du nicht klar sehen. Wenn du ständig reagieren musst, kannst du nicht reflektieren. Wenn du immer beschäftigt bist, hast du keine Zeit, dich selbst zu spüren. Und ein Mensch, der sich selbst nicht spürt, ist formbar.

Das System braucht keine bösen Menschen. Es braucht nur Menschen, die nicht fühlen. Menschen, die funktionieren. Menschen, die glauben, dass ihr Wert von außen kommt. Titel, Rollen, Anerkennung, Likes, Geld, Moral, Zugehörigkeit. All das sind Ersatzbefriedigungen für etwas, das nie wirklich genährt wurde: das eigene Sein.


Und hier liegt der eigentliche Bruchpunkt.Nicht zwischen Gut und Böse.Nicht zwischen Licht und Dunkel.Sondern zwischen Bewusstsein und Unbewusstheit.


Denn ein bewusster Mensch ist gefährlich. Nicht, weil er kämpft, sondern weil er nicht mehr manipulierbar ist. Er braucht keine Ideologie, um sich zu definieren. Keine Gruppe, um sich wertvoll zu fühlen. Kein Feindbild, um sich richtig zu fühlen. Er hört zu. Er fühlt. Er hinterfragt. Und genau das ist das Letzte, was ein kontrollierendes System gebrauchen kann.

Vielleicht fragst du dich jetzt: Wer ist schuld? Doch diese Frage führt dich wieder in die alte Struktur. Schuld braucht immer einen Gegner. Verantwortung hingegen beginnt bei dir.


Denn niemand kann dich versklaven, wenn du beginnst, dich selbst zu erkennen. Niemand kann dir eine Illusion verkaufen, wenn du lernst, zwischen Gefühl und Angst zu unterscheiden. Und niemand kann dir deine Wahrheit nehmen, wenn du bereit bist, sie zu fühlen – selbst wenn sie unbequem ist.


Die Zerstörung ist real.Die Versklavung auch.Doch sie beginnt nicht im Außen.Sie beginnt dort, wo du aufhörst, dir selbst zuzuhören und deine Aufmerksamkeit und dein Bewusstsein in Illusionären Weltbildern verlierst.



 
 
 

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